Karate inklusiv: DKV-Projekt „Gemeinsam auf die Matte“

Der Deutschen Karate Verband hat mit Unterstützung der Aktion Mensch letztes Jahr das Projekt „Gemeinsam auf die Matte“ gestartet. Es fanden sich zahlreiche Vereine, die in diesem Projekt aktiv geworden sind und Karate-Gruppen für Menschen mit und ohne Behinderungen ins Leben gerufen haben. Darunter sind auch bereits einige aus Nordrhein-Westfalen, wie zum Beispiel beim TSV Bösingfeld oder dem KD Blomberg-Lippe.

Die Kampfkunst Karate eignet sich durch ihre große Vielfalt an Ausprägungen in sportlicher Hinsicht, ihrem Status als Gesundheitssport und ihren hohen erzieherischen Werten sehr gut für Menschen mit unterschiedlichen Handicaps. Es sind in ganz Deutschenland Trainingsgruppen entstanden, die auf unterschiedlichste Art und Weise inklusives Karate anbieten. Mannigfältige Trainingsansätze und vielfältige Zielgruppen sind möglich – ob reine Jugendgruppen, auf Para-Karate fokussierte Leistungsgruppen oder solche für Menschen mit Lernbehinderungen. Homogene Gruppen gibt es kaum. In den meisten Projektvereinen existieren ultra heterogene Abteilungen, deren Bandbreite häufig von Rollstuhlfahrer*innen über Sehbehinderte bis zum Karateka mit Mehrfachbehinderung reicht.

Hier sollte mit hohem Personaleinsatz gearbeitet werden. Neben den Trainer*innen sind Inklusionshelfer*innen in den Gruppen im Einsatz, um spezielle Förderungen zu gewährleisten und Barrieren abzubauen bzw. zu überwinden. Sie haben zahlreiche Herausforderungen zu bewältigen. Die Trainingselemente müssen auf die unterschiedlichen Grade an Beeinträchtigungen individuell einstellbar sein, was ein Höchstmaß an Flexibilität erfordert. Das „Sich-gegenseitig-helfen und-unterstützen“ ist für alle Trainierenden ein zentrales Ziel der Bemühungen. In der Praxis empfiehlt es sich, für die Projektumsetzung Partner zu gewinnen, also Förderschulen, Stadtsport- und Kreissportbünde oder Organisationen der Wohlfahrtspflege wie die Lebenshilfe. Mit solchen Partnern ist es leichter, Personen für die Trainingsgruppen zu akquirieren und andere Unterstützungen, wie beispielsweise Fahrdienste, zu gewährleisten oder Hilfsmittel bereitzustellen.

Die Trainingsinhalte unterscheiden sich gar nicht groß von anderen Karate-Einheiten. Lediglich die Ausprägungen der Techniken und Methoden müssen gut durchdacht an die jeweiligen Handicaps individuell angepasst werden. Karate-Prüfungen oder Sportabzeichen sind neben Gesunderhaltung, Spaß und Freude am Sport durchaus erreichbare Ziele.

In der Öffentlichkeit genießen Sportvereine, die sich um Inklusion und Integration bemühen ein hohes Prestige und Ansehen. Es gibt auch bereits zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten für Trainer*innen und demnächst werden sicher auch Ausbildungen mit karatespezifischen Ausrichtungen angeboten.
Für das Projekt „Gemeinsam auf die Matte“ sucht der Deutsche Karate Verband noch weitere DKV-Dojos, die Para-Karate für Menschen mit und ohne Behinderungen initiieren wollen.

Deutscher Karate Verband, Projekt „Gemeinsam auf die Matte“
Anke Hoyer, Tel.: 02043/298838, E-Mail: anke.hoyer@karate.de
www.karate.de/de/projekte/gemeinsam-auf-die-matte/projektseite.php

Text und Foto: Stefan Krause

(ema)

Gemeinsam auf die Matte
Die nächsten Termine:

januar

16jan10:0018:00Trainer/in -B- Leistungssport Ausbildung (Teil 1)TSC Eintracht Dortmund

16jan(jan 16)10:0017(jan 17)14:00KDNW-Tag digitalDigitale Veranstaltung

16jan10:0018:00AbgesagtKDNW-Trainer*innen-MeetingTSC Eintracht Dortmund

17jan11:0013:00Dananwärter*innen-LehrgangDigitale Veranstaltung

17jan11:0013:00Bezirkskampfrichter*innen-AusbildungDigitale Veranstaltung

23jan11:0013:00Stilrichtungslehrgang ShotokanRundsporthalle Bochum

Ähnliche Artikel:

Menü
X