Tai-Sabaki: Prinzipien des Wado-Ryu

Wado Ryu

Wado-Ryu hat seine Wurzeln in einem Jiu-Jitsu-Stil, in dem auch mit dem Schwert geübt wird. Daher mag das Prinzip des Tai-Sabaki stammen, also des Ausweichens möglichst mit gleichzeitigem Konter.

Dabei wird die gesamte Stellung etwas seitlich verschoben, das heißt aus der Angriffsrichtung, und gleichzeitig wird die Hüfte herausgedreht.

Auch eine Abwehrbewegung kann simultan ausgeführt werden. Mit der Abwehrtechnik wird aber der Angriff nicht geblockt, sondern nur leicht abgelenkt.

Ein Beispiel wäre Haishu-Uke, bei dem der Fauststoß oder Fußtritt vorbeigeführt wird.

Tai-Sabaki im Kihon

Da Tai-Sabaki ein so wichtiges Element des Wado-Ryu ist, ist es auch in Kihon integriert, und zwar in der Form des Nagashi-Zuki.

Die Ausgangsstellung ist Renoji-Dachi. Das linke Bein ist etwa eine Fußlänge vorgestellt, die Fersen befinden sich auf einer Linie, und die Arme hängen locker herab.

Der Schwerpunkt wird gesenkt, und gleichzeitig lässt man sich von der Schwerkraft, unter Wahrung der Struktur, nach vorne ziehen. Die Hände werden bis zur Körpermitte in die Zuki-Mittelposition gehoben.

Indem man sich weiter sinken lässt, gleitet der linke Fuß weiter nach vorne und leicht nach außen. Durch eine Hüftdrehung, bei der der hintere Fuß mitgezogen wird, weicht man dem Angriff völlig aus, gleichzeitig schlägt die linke Faust Nagashi-Zuki.

Der Oberkörper wird in Richtung des Fauststoßes leicht nach vorne gelegt.

Aber auch hier bleibt die Struktur gewahrt, das heißt der Körper bildet vom hinteren Fuß bis zu schlagenden Faust eine gerade Linie.

Ausweichen mit Gyaku-Zuki

Ein weiteres Beispiel ist Ausweichen mit Gyaku-Zuki.

Die Ausgangsstellung ist Hidari Kamae, und der Gegner greift mit Zuki Chudan an.

Das Ausweichen erfolgt nach links.

Der Körper weicht gering zurück, und der Schwerpunkt wird rechtwinklig nach links verlagert. Also man lässt sich kontrolliert fallen, dreht gleichzeitig die Hüfte und das linke Bein fängt und stabilisiert den Körper.

Mit der Hüftdrehung schlägt man links Gyaku-Zuki. Der Stand ist jetzt Migi Gyaku-Zuki-no-Dachi, rechtwinklig zur Ausgangsstellung.

Es ist zu beachten, dass es nicht genügt, den Körper nur um 90º in Gyaku-Zuki zu drehen. Denn dann würde man demr Gegnerin sogar die kurzen Rippen als Ziel bieten. Der Körper muss auch aus der Angriffsrichtung verlagert werden.

Ausweichen vom Schwerpunkt

Bei allen Tai-Sabaki-Techniken ist es wichtig, dass die Ausweichbewegung des Körpers vom Schwerpunkt aus erfolgt. Verändert man die Fußposition, um dann erst den Körper wegzunehmen, ist der:die Gegner:in schneller. Der Schwerpunkt bewegt sich zuerst, die Füße folgen. Das sind nur zwei Beispiele für viele Formen des Tai-Sabaki.

Text: Peter Meuren, Stilrichtungsreferent Wado-Ryu im KDNW
Fotos: Bernd Milner
(ema)

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juni

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