karatepraxis im Shotokan Karate Frechen 1986 e.V.

(EMA) Ortstermin im Dojo des Shotokan Karate Frechen 1986 e.V. bei Köln. Hier hat man in die Realität umgesetzt, was sich viele Dojoleiter/innen und Karateka wünschen: Eigene Räumlichkeiten. Der Trainingsbetrieb dort ist vor rund einem Jahr angelaufen, nach sieben Monaten Arbeit durch insgesamt 35 Helfer/innen. Und auch jetzt wird auf den etwas 200 Quadratmetern noch hier und da gewerkelt – bei meinem Besuch aktuell an der Installation einer Spiegelwand. Christian Wedewardt, „karatepraxis“-Begründer, mit dem ich hier verabredet bin, muss sich vor unserem Inteview erst noch den Baustaub abwaschen.

karatepraxis Trainer-Training

„Das Trainer-Training richtet sich an Trainer/innen, ganz gleich welcher Stilrichtung im DKV sie angehören.

Die Teilnahme ist kostenlos. Das Training findet an bestimmten Sonntagen zwischen 10:00 und 12:00 Uhr statt und ermöglicht es den Teilnehmern, so bereits mittags wieder bei der Familie zu sein.

Was sind die Ziele des Trainer-Trainings? Die Antwort ist sehr einfach: Vernetzung, Zusammenarbeit, gegenseitiger Austausch und Unterstützung. Es geht um Karate und darum, mehr Mitglieder in alle unsere Dojos zu bringen. Es gibt bei diesem Angebot keinen Konkurrenzgedanken und kein Schubladendenken in Stilrichtungen.

Das Trainer-Training richtet sich an alle, die meistens vor der Gruppe stehen und nur selten Gelegenheit finden, selbst zu trainieren. Die üblichen drei Säulen, welche die Basis bilden für die Ausprägungen der einzelnen Stile, finden im Rahmen des Trainer-Trainings keine große Beachtung. Für diese Inhalte gibt es bereits ausreichend Angebote.

Das karatepraxis-Team richtet das Trainer-Training so aus, dass sehr viele Übungsformen mit Partnern ausgeführt werden. Diese sind nicht prüfungs-, sondern wirkungsorientiert und basieren immer auf logischen Abläufen.

Durch die gemeinsamen Trainingseinheiten sollen fachlich die Gemeinsamkeiten im Karate hervorgehoben und menschlich ein engeres Miteinander geschaffen werden.

Die im Trainer-Training gesammelten Erfahrungen sollen den Trainern/innen als Impuls bei der weiteren Dojoarbeit dienen.“

„Das Ziel im karatepraxis-Training ist Erfolg“, erklärt er mir dann. „Und zwar Erfolg für jeden Karateka, auch für den, der nicht an Wettkämpfen teilnimmt. Denn das ist die Mehrzahl.“ Während seiner aktiven Zeit als Bundesliga-Kämpfer habe sich das Training in seinem damaligen Verein, an dem mehrere Dutzend Breitensport-Karateka teilnahmen, fast ausschließlich an den Bedürfnissen einer Handvoll Leistungssportler orientiert. Das möchte er heute anders machen: „Erfolg definiert sich hier bei uns durch funktionierende und faszinierende Block- und Konterkombinationen mit Karatetechniken. Jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin soll in jedem Training den Erfolg am Partner erleben. Das ist das Ziel.“

Bei der anschließenden Trainingseinheit kann ich mir dann selbst ein Bild machen. Das Training startet mit einigen so genannten „Drills“ (rundlaufende Technikkombinationen bzw. Partnerformen, meist abgeleitet aus Kata oder grundlegenden Karateprinzipien). Nach ein paar Probedurchgängen, die im Kreis aufgestellt solo durchgeführt werden, geht es direkt an den Partner. Hier gilt die Devise: Hart aber herzlich. Der Körperkontakt ist nicht zimperlich, aber fein dosiert, alle sind mit großem Eifer und viel Spaß bei der Sache. Koordinativ herausfordernd gestaltet sich die Umsetzung der Kombination in die Kihonform, ausgeführt in alle Himmelsrichtungen. Anschließend greift Trainer Christian Gedan-Barai und Oi-Tsuki als Einzeltechniken heraus um detailliert an den Bewegungsmustern zu arbeiten – mehr Schnelligkeit und ein guter Fokus von Kime und Chakugan (Kampfgeist) sind das Ziel. Abgerundert wird die Einheit durch die Kata Jion. Hier geht es vor allem um die Ausstrahlung. „Unsere Kata sollen nicht in erster Linie schön sein, sondern vor Leben nur so strotzen. Sie sollen geprägt sein vom Verständnis jeder einzelnen Bewegung und unter der Richtlinie ‚sehen, erkennen, handeln‘ ausgeführt werden“, führt Christian aus.

2009 hat er – basierend auf seiner zum 4. Dan vorgelegten Ausarbeitung – das karatepraxis-Projekt ins Leben gerufen. Neben Wedewardt selbst gehören Ludwig Binder, Klaus Reichelt, Dirk Schauenberg, Alcis Szabo-Reiss, Peter Simons und Carsten Neumann zum Team, das man auch für Lehrgänge buchen kann. Nach dem „Second Sunday Sparring“, einer in der Regel monatlich stattfindenden stil- und kampfkunstübergreifenden Randori-Einheit, gibt es nun eine weitere Veranstaltungsreihe: Das „Trainer-Training“ (siehe Kasten rechts).

Christian hofft auf viele Teilnehmer/innen aus verschiedenen Dojos und unterschiedlichen Stilrichtungen, um Austausch und Zusammenarbeit im Breitensport zu stärken. „Keine Stilrichtung ist wertvoller als die andere“, betont er. Auch an seinen Trainingseinheiten in Frechen nehmen oft Gäste aus anderen Vereinen teil.

Bei meinem Besuch fällt nur mir auf, dass diese Einheit mit rund zwei Stunden ungewöhnlich lange dauert. Wer hat an der Uhr gedreht? Vielmehr ist sie wohl irgendwann einfach stehen geblieben. Niemand sonst hat etwas bemerkt, alle haben ohne Murren immer weiter geschwitzt –  wohl ein unwiderlegbares Indiz dafür, dass beim Training nach dem karatepraxis-Konzept im Dojo Shotokan Karate Frechen 1986 e.V. die Zeit nicht zu lang wird und die Karateka viel Freude haben.

Großes Fotoalbum vom Ortstermin anschauen…

Video vom Ortstermin anschauen…

Webseite karatepraxis…

Webseite Shotokan Karate Frechen 1986…

 

Die nächsten Termine:

märz

02märz12:0016:00DAN- Vorbereitungslehrgang KoshinkanBSC Oberhausen

03märz10:0018:00Bezirksmeisterschaft DüsseldorfKempen, Sporthalle Astrid-Lindgren-Schule

09märz10:0013:00Dananwärter:innen-LehrgangKarate Dojo Kempen

16märz10:0012:30Prüfer:innen - Neuausbildung SOKDigitale Veranstaltung

16märz10:0015:30Stilrichtungslehrgang Goju-RyuSporthalle der TG Neuss

17märz10:0014:00Stilrichtungslehrgang Goju-RyuKamen, Turnhalle am Gymnasium

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