Goju-Ryu: Jukuren-Lehrgang 29.09.2019

Goju Ryu

Mit 24 Teilnehmern gut besucht war der Jukuren-Lehrgang, der am Sonntag, den 29. September im Kamener Dojo stattfand. Die Leitung hatten Meister Fritz Nöpel und Sensei Martin Nienhaus. Das Thema des Lehrgangs lautete: „Wie liest man eine Kata?“

Zu Beginn hielt der Meister ein Mondo ab. Nach einigen Hinweisen zur Ausführung der Kata und der Bunkai erläuterte er detailliert die Unterschiede zwischen den einzelnen Katas. Dabei ging es zunächst um die geschichtliche Entwicklung in drei Stufen von China über Okinawa nach Japan. In diesem Zusammenhang wies der Meister noch einmal auf den großen Einfluss Chinas hin. Anschließend wurde die Einteilung der Kata in folgende Kategorien erläutert: Fukyu Kata, Tensho und Sanchin, Hakuzuru no Kata, Baiburen no Kata und Jukuren no Kata. Die Charakteristika dieser Gruppen wurden ebenso besprochen wie ihre Entstehungsgeschichte.

Was das richtige Lesen der Kata angeht, so gilt es folgende Aspekte zu beachten.: das Schrittdiagramm, welches das korrekte Laufen auf den Grundlinien vorgibt; die fünf Elemente und die fünf Tiere mit ihren jeweiligen Ausprägungen; die Shingi; die Geschichten zu den Katas; die Zuordnung der Farben gelb und grün zu den Katas.

Ein weiterer Punkt des Mondos waren Hinweise für Jukuren. Der Meister besprach ausführlich, wie aus dem korrekten Zusammenspiel von Stand, Verteidigung, Konter Zielrichtung, Distanz und Abschluss eine effektive Selbstverteidigung entsteht. Zu diesem Punkt gehörten auch die rechtliche Seite der Selbstverteidigung sowie die eigenen Erfahrungen des Meisters mit Selbstverteidigungssituationen im Ausland. In einer Verteidigungssituation muss jede Technik überzeugend sein und man darf sich keine Fehler leisten. Das Wissen um die hochempfindlichen Körperstellen ebenso wie Schnelligkeit, Genauigkeit und Gemeinheit sind entscheidend. Wichtig ist außerdem, dass man Kontrolle hat, das heißt, man darf nicht mit Ärger oder Wut kämpfen, sondern muss einen leeren Kopf haben, so wie es die Tiere machen.

Im Anschluss an das Mondo übernahm Martin. Nach anfänglichen Übungen zur Lockerung stellte er verschiedene Atemübungen aus dem Qi Gong vor. Mit ihren typisch chinesischen bildhaften Namen, so zum Beispiel „Auf einem Boot in der Mitte eines Sees paddeln“, „Mit einem Ball am Strand spielen“ oder „Den Mond anschauen“, wirken die Übungen nicht nur auf der körperlichen sondern auch auf der mentalen Ebene. Martin demonstrierte, wie die Übungen zur Lockerung, zur Kontrolle des Atems aber auch zur Kräftigung genutzt werden können.

Nach der Mittagspause: Martin / Jukuren No Kata / Ablauf und Bunkai

Martin demonstrierte den Ablauf der Kata in einzelnen Sequenzen, die auch alle im Bunkai erarbeitet wurden, so dass zu jeder Bewegung bei den Teilnehmern eine Vorstellung davon entstand, wie das gezeigte Prinzip anzuwenden ist. Wie schon am Vormittag wies er noch einmal darauf hin, dass der kämpferische Aspekt im Vordergrund steht, aber es ebenso wichtig ist, sich die Bewegungen auch körperlich und energetisch zu erarbeiten. Hierzu stellte er auf der einen Seite die gezielte Kräftigung mit Hilfe der Übungen vor und zeigte noch einmal, wie sich die Übungen durch die Herausnahme der Kraft andererseits auch als Energieübung ausführen lassen. Hierbei sollten sich die Teilnehmer zum leichteren Einstieg in die Materie zunächst an der Atmung orientieren. Gerade die Jukuren erhalten als „Erfahrene in der Kampfkunst“ durch die Kata eine Übungsform, die den Übenden in seiner Gesundheit auf vielfältige Weise unterstützt.

Meister Nöpel zeigte im Verlauf des Nachmittags noch einige für ihn wichtige Punkte bei den einzelnen Bewegungsformen auf. Die Teilnehmer bekamen dadurch an diesem Tag einen besonderen Einblick in die Ideen der beiden Meister, wie sie die Kata und ihre tiefen Inhalte für sich selbst kämpferisch und gesundheitlich nutzen können.

Zum Abschluss den Nachmittags machte Meister Nöpel noch einmal darauf aufmerksam, wie wichtig die korrekte Selbstverteidigung ist, und ließ dazu häufige Angriffe üben und abwehren. Dabei legte er großen Wert auf den Unterschied zwischen Bunkai und SV und erklärte, dass die Analyse einer Bewegungssequenz etwas anderes ist als deren Umsetzung in die realistische Selbstverteidigung. Das eine schafft Wissen und Verständnis, das andere klärt eine bedrohliche Auseinandersetzung.

Für viele Teilnehmer ging dieser spannende Lehrgang zu schnell vorüber und sie hätten gerne noch weitergemacht. Aber auch so rauchten ihnen die Köpfe und sie haben einiges neu einordnen können und nun genug Inhalt, den es zu trainieren und umzusetzen gilt.

Text und Foto: Heike Buck

Die nächsten Termine:

september

20sep10:0014:30Dansha-Lehrgang Goju-Ryu in RheineSportpark des TV Jahn-Rheine 1885 e.V.

26sep(sep 26)9:0027(sep 27)14:30AusgebuchtTrainer/innen- C – Ausbildung, Breitensport (Teil 2)Sportschule Hachen

26sep10:0017:00AbgesagtKata/Bunkai-Lehrgang mit BT Efthimios Karamitsos in KölnSporthalle Westerwaldstraße, Köln

27sep11:0014:00Dananwärter/innen-Lehrgang in KölnGesamtschule Ostheim, Köln

oktober

04okt10:0015:30Jukurenlehrgang in KamenTurnhalle am Gymnasium, Kamen

04okt11:0013:00AbgesagtHerbstserie: SB / SV für Frauen und Mädchen in Essen (Teil 2)Ruhr-Dojo Essen

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